Niendorfer Marktplatz 7a • 22459 Hamburg • Tel.: 040 4288 692-0 • E-Mail: bs23@hibb.hamburg.de

Erasmus+ für SPA/FS- Schüler_innen

 

Als Schüler oder Schülerin der SPA- oder in der Erzieher_innen - Ausbildung können Sie einen Teil Ihrer praktischen Ausbildung im europäischen Ausland absolvieren.

 

In verschiedenen Ländern (z.B. Großbritannien, Italien, Frankreich, Spanien, Irland, Slowenien und Österreich) sammeln Sie in ausgewählten Einrichtungen im sozialpädagogischen Praxisfeld vielfältige berufliche Erfahrungen und lernen Land und Leute kennen.

 

 

Ihr Aufenthalt wird durch das ERASMUS+ Programm der Europäischen Union mit einem Stipendium bezuschusst. Sie erhalten eine fundierte Vor- und Nachbereitung an der Anna-Warburg-Schule.

 

Einige Impressionen aus den kooperierenden Ländern und Einrichtungen sehen Sie oben in der Galerie.

 

 

Sie interessieren sich für die Möglichkeit eines Auslandspraktikums?

Für weitere Informationen melden Sie sich bei:

 

Kerstin Beilcke, Abteilungsleiterin

Tel. 040/ 4288692-15

E-Mail: kerstin.beilcke@hibb.hamburg.de

 

Um Ihnen einen Einblick in die Möglichkeiten eines solchen Praktikums zu bieten dokumentieren wir im Folgenden einen aktuellen Artikel einer Schülerin sowie exemplarisch einige ausssagekräftige Praktikumsberichte.

 

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Auslandspraktikum im Rahmen von ERASMUS+ im Herbst 2016

Auch in diesem Herbst haben SPA- Schülerinnen und Schüler wieder an einem vier-wöchigen Auslandspraktikum teilgenommen und in Kindertageseinrichtungen und anderen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe im europäischen Ausland gearbeitet. Die Praktika wurden durch ein EU-Stipendium (Erasmus+) unterstützt. Das ERASMUS Programm ist ein Förderprogramm der Europäischen Union für die allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport. Das Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen fördert  die Mobilität von Auszubildenden und Studierenden innerhalb der EU.

 

Insgesamt waren 16 Schülerinnen und Schüler in 7 verschiedenen Ländern unterwegs: Rotterdam/Nl, Liverpool/UK, Cork/ Irland, Forli/ Italien, Maribor/Slowenien, Sevilla/ Spanien und Wien.  Einige von ihnen sind allein gereist, andere in Kleingruppen bis zu vier Schülern.

 

Viele neue Erfahrungen wurden gesammelt, die Eindrücke sind vielfältig.  So wurden andere Arbeitsweisen in der pädagogischen Praxis kennengelernt  und diese mit den Erfahrungen im Hamburger Betrieb verglichen,  kulturelle Unterschiede wahrgenommen,  viele neue Bekanntschaften geknüpft und die sprachliche Kompetenz verbessert.  Auch die Erfahrung sich in einem Land fremd und sprachlich eingeschränkt  zu fühlen, wird als Erweiterung der beruflichen Kompetenz angesehen, da man sich nun sensibler in Kinder mit ausländischen Wurzeln hineinversetzen kann.  Einige Schülerinnen berichteten, dass sie sich selbst besser kennengelernt  haben und  z. B. Phasen der Einsamkeit bewältigen konnten und daraus nun eine persönliche Stärke ziehen.

 

Zitate von Teilnehmenden:

Ich sehe die Arbeit mit Kindern nun aus einem weiteren Blickwinkel. Ich habe viele neue Ideen mitgenommen und auch einige dort gelassen. Wenn ich noch mal die Wahl hätte, ich würde mich wieder für Slowenien entscheiden.“  (Arne Küchler, SP15-03F)

 

„Ich muss sagen, es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Es war nicht immer einfach, denn auch ich hatte Hoch- und Tiefphasen. Aber die Erfahrung  über einen bestimmten Zeitraum in einem anderen Land zu leben,  auf sich gestellt zu sein und das Leben aus einer anderen Sicht zu sehen, ist einmalig“. (Aylin Senkara, SP15-03F)


"Zusammenfassend kann ich für mich persönlich nur das Resümee ziehen, dass dieser Auslandsaufenthalt dafür gesorgt hat, dass ich über mich selbst herausgewachsen bin und gemerkt habe, dass ich auch alleine, sprich ohne Unterstützung meiner Eltern oder engen Freunden, Herausforderungen meistern kann und daran wachse. Ich habe gemerkt, dass ich durch die Zeit in Spanien ein Stück mehr gereift bin. Und mein ganz persönlich, höchster Gewinn war, es zu sehen und zu merken, dass ich die Zeit in Spanien gemeistert habe und dabei sehr viel Spaß hatte." (Janina Reppenhagen, SP15)


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Mein Auslandspraktikum in Cork City, Irland

(von Anna Kim Arnold)

 

An einem Sonntag ging die Reise los. Wir trafen uns am Flughafen, bereit, in den Flieger nach Dublin zu steigen. Das vorherrschende Gefühl war Aufregung. Es waren aber auch Vorfreude sowie Angst im Spiel. Vorfreude auf das Neue, das bis dahin noch Unbegreifliche, und Angst davor, dass etwas schief geht, dass ich mich nicht wohl fühle.

In Dublin angekommen waren diese Gefühle noch da, auch wenn ich versuchte sie durch Gespräche und Pizza zu vernichten. Aber die Aufregung wurde weniger. Jetzt gab es schließlich kein Zurück mehr.

 

Wir stiegen in den Bus nach Cork City, fuhren drei Stunden, wobei ich die meisten Zeit schlief, und waren auf einmal angekommen.

Abgeholt wurden wir von Olena, einer unglaublich netten Praktikantin von Partnership International, unserer aufnehmenden Partnerorganisation, und wurden von ihr in unser Haus gebracht, in dem wir die nächsten vier Wochen wohnen würden.

 

 

Am nächsten Morgen gab es eine kleine Einführung im Büro der Organisation, eine kurze Stadtführung und dann wurden wir auch schon in unsere Einsatzstelle, eine Kita, gebracht.

Wir haben in diesen vier Wochen in der Kita "Gate Childcare" in Little Island gearbeitet, von unserem Haus mussten wir also etwa vierzig Minuten zur Bahnstation laufen, eine Station Bahn fahren und dann noch einmal zehn Minuten durch eine Art Industriegebiet zur Kita laufen. Anfangs war dieser Weg sehr anstrengend, aber nach der Hälfte der Zeit hatte ich mich daran gewöhnt und war sogar froh mich mal ein wenig bewegen zu müssen.

Im Kindergarten wurden wir wahnsinnig freundlich begrüßt, haben eine kleine Führung durch die Einrichtung bekommen und durften uns dann unsere Gruppen aussuchen.

Ich habe mich für die "Wobbler" entschieden, da ich einen Vergleich zu meiner Einsatzstelle in Deutschland schaffen wollte und hier in der Krippe arbeiten konnte. Die "Wobbler"-Kinder sind zwischen 6 und 20 Monaten alt und krabbeln daher eher, als dass sie laufen.

Die ersten Tage im Kindergarten liefen eher ruhig ab. Ich hatte noch Schwierigkeiten mit der Sprache, weil ich mich einfach nicht getraut habe zu sprechen. Außerdem musste ich mich erst einmal an die Abläufe gewöhnen.

 

Hier ein paar Bilder aus dem Gruppen- und Schlafraum der "Wobbler"

 

 
 

 

 

Die ganze Zeit über habe ich mich in der Kita von den Kolleginnen sehr aufgenommen gefühlt. Sie alle waren ausgesprochen freundlich, herzlich und interessiert.

 

Beruflich hat mich dieses Praktikum weitergebracht, wenn auch anders, als ich es zunächst dachte.

In irischen Kindergärten herrscht eine komplett andere Arbeitsweise als in Deutschland. Eine Kollegin in der Kita sagte dazu: "In Ireland it's more about minding the children, in Germany it's more about teaching the children." In Irland geht es also hauptsächlich darum, die Kinder zu betreuen, wohingegen wir in Deutschland den Fokus mehr auf das Fördern und Fordern der Kinder, das Lernen im Allgemeinen, legen.

 

Für mich hat das Praktikum also keine neuen Denkweisen im Bezug auf die Betreuung von Kindern im Kindergarten bedeutet, sondern es hat mich in meiner Arbeitsweise und meinem Umgang mit den Kindern bestärkt. Durch dieses völlig neue Bild von Kinderbetreuung bin ich nun in meiner Art mit den Kindern in der Kita umzugehen noch selbstbewusster geworden.

Damit möchte ich auf keinen Fall sagen, dass die Arbeit der Pädagog*innen in Irland schlecht ist, nur, dass sie nicht meinen Vorstellungen entspricht. Aber auch das ist eine Erkenntnis, die ich gerne mitgenommen habe und über die ich mich sehr gefreut habe.

 

Nicht nur die Zeit in der Kita habe ich sehr genossen und nicht nur von den Kindern und den Pädagoginnen fiel mir der Abschied schwer. Auch das Land und seine Leute habe ich ins Herz geschlossen und vermisse ich sehr.

 

Mir sind in der ganzen Zeit keine unfreundlichen Menschen begegnet. Alle, von der Kassiererin im Supermarkt bis zum Busfahrer, waren unglaublich herzlich und hilfsbereit und das ist etwas, was ich im grummeligen Hamburg schon manchmal sehr vermisse.

Außerdem hatten wir wirklich Glück mit dem Wetter. Ich habe vorher von vielen Menschen gehört, dass es in Irland immer regnet. Während unseres Auslandspraktikums hatten wir aber nur zwei richtige Regentage und an allen anderen Tagen schien die Sonne. Darauf sollte man sich aber auch nicht verlassen, denn selbst die Iren waren davon sehr überrascht.

 

Donnerstags hat Partnership International immer eine Aktion für alle Erasmus-Praktikant*innen in Cork City angeboten. Die beiden, an denen ich teilgenommen habe, waren eine Halloween-Party und Klettern in einer Kletterhalle. Hier kommen alle Praktikant*innen, die Lust und Zeit haben ein wenig Zeit mit anderen Praktikant*innen zu verbringen, zusammen und lernen sich ein bisschen besser kennen oder haben einfach nur einen schönen Abend.

 

 

Und dann gab es auch noch die Wochenenden. An denen bin ich mit meiner Mitbewohnerin durch Irland gefahren und wir haben versucht, so viel wie möglich von der unfassbar schönen Natur kennenzulernen.

 

Tipp: Im November geht das am besten mit einem Auto (was man allerdings meistens erst mit 25 Jahren mieten kann), da die Hochsaison vorbei ist und vielerorts, beispielsweise zu den Cliffs of Moher, kaum oder gar keine Shuttle-Busse fahren. Außerdem kann man so besser beobachten, welche Tiere diesmal einen Stau verursachen, zum Beispiel Pferde beim großen Ausritt mit mindestens dreißig Tieren und Reitern, oder Kühe, die von einer Weide zur anderen getrieben werden.

 

 

 

Wenn man gar keine Lust auf Touristen hat, kann man auch von Doolin aus auf dem "Wild Atlantic Way" fahren und sich andere Steilküsten angucken, die teilweise sogar noch viel schöner sind als die Cliffs of Moher und vor allem viel ruhiger. Da muss man dann halt mal das Auto am Straßenrand stehen lassen, um die Aussicht zu genießen.

 

 

 

 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich durch dieses Praktikum viel gelernt habe. Ich habe neue Erfahrungen gemacht, die mich gestärkt haben und dafür gesorgt haben, dass ich selbstbewusster durchs Leben gehen kann. Ich habe viele neue Menschen kennengelernt mit denen ich in Kontakt bleiben werde. Die irische Kultur konnte ich auch kennenlernen, die Begeisterung für besondere Ereignisse und Feiertage, wie beispielsweise Halloween, wo eine riesige Parade durch die ganze Innenstadt von Cork City stattfindet, und Weihnachten, was hier quasi am Tag nach Halloween anfängt, zelebriert durch das Anschalten der Weihnachtsbeleuchtung unter Beobachtung von tausenden von Menschen.

 

Vor allem aber bin ich nun dankbar, für die Möglichkeit dieses Praktikum zu machen und ein so atemberaubendes Land kennenlernen zu dürfen wie Irland. Ich möchte keine Minute des Praktikums missen.

 

 

 

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Hier finden Sie abschließend zur Vertiefung weitere ausgewählte Praktikumsberichte und Impressionen von Auslandspraktika im Rahmen des Erasmus+ Programms (als download-Dateien)


Praktikumsbericht aus Sevilla/ Spanien - Janina Reppenhagen
Praktikumsbericht aus Maribor / Slowenien - Arne Küchler

Praktikumsbericht aus Forli/ Italien - Jan Prochnow (in Überarbeitung)

Bildportrait der KiTa in Forli - Jan Prochnow

Impressionen aus der Stadt Forli- Jan Prochnow